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Mission Vertrauensaufbau

Wird die DATI-Gründung doch noch zur Erfolgsgeschichte? Was das Ministerium von Bettina Stark-Watzinger endlich richtig macht, welche Unsicherheiten bleiben – und was vorher alles falsch lief: eine aktuelle Bestandsaufnahme.

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Artikelbild: Mission Vertrauensaufbau

Bild: Krill_makes_pics / Pixabay.

ALS KURZ VOR WEIHNACHTEN die Entscheidung für Erfurt fiel, war kaum einer überrascht. Dass die geplante Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) in der thüringischen Landeshauptstadt angesiedelt werden könnte, machte schon monatelang die Runde, bevor das BMBF im Oktober 2023 die Besetzung der DATI-Gründungskommission bekanntgab. Zu deren Aufgaben die Entwicklung von Vorschlägen unter anderem für den Standort gehören sollte.

Ein Zeichen dafür, dass die Kommission, bestehend aus 16 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, tatsächlich mehr Feigenblatt als Impulsgeber ist, der Scheinlegitimation bereits feststehender DATI-Pläne im BMBF dient? Zu einer solchen Vermutung konnte auch kommen, wer eine interne, inhaltlich durchaus gelungene Arbeitsversion des Agenturkonzept s las, die – datiert auf den 27. September 2023 – schon für den November die Befassung des Bundeskabinetts mit dem finalen Konzept vorsah. Auch an der Zusammensetzung des Gremiums gab es Kritik vor allem von den HAWs, die sich als Urheber der DATI-Idee seit langem zunehmend an den Rand gedrängt fühlten.

Viel Optimismus und gute Stimmung

Inzwischen hat die Gründungskommission sich viermal getroffen, sie hat Arbeitsgruppen unter anderem zu Governance und Förderformaten gebildet, und wer jetzt in die Gruppe der 16 hineinhorcht, erlebt ...

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Kommentare

#1 -

A German in Boston | Do., 11.01.2024 - 10:50
"Gute Stimmung" herrscht also. Gute Entscheidungen wären besser. Wenn DATI die hohen Erwartungen erfüllen soll, muss diese Agentur Fachleute aus dem Ausland anlocken. SPRIND hat das nicht geschafft und leidet schwer darunter. Warum sollten nun aber Amerikaner aus, sagen wir, Boston, wo der Transfer um Größenordnungen besser läuft als in Deutschland, nach Erfurt umziehen wollen -- eine provinzielle Mittelstadt, von der sie nie gehört haben? In einem Bundesland, in dem die AFD bundesweit Spitzenwerte erzielt? Mit einer Universität, die weder eine natur- noch eine ingenieurswissenschaftliche Fakultät aufweist, von einer Unimedizin ganz zu schweigen?



Eine Wurzel des Übels dürfte sein, daß ...

#2 -

Norbert Esser | Sa., 13.01.2024 - 09:22
DATI braucht niemanden aus Boston. Es braucht jemanden, der weiß wie Transfer in Deutschland läuft bzw. nicht läuft. Und es wird sich erst noch zeigen, welche Rolle die Hochschulen spielen werden. Hoffen wir auf eine "Quantensprung". Und mangelnde Transparenz war und bleibt ein Quell des Misstrauens bei Förderentscheidungen der Projektträger. Hier bräuchte es neue Wege.

#4 -

A German in Boston | Mo., 15.01.2024 - 08:44
"DATI braucht niemanden aus Boston. Es braucht jemanden, der weiß wie Transfer in Deutschland läuft bzw. nicht läuft."



Genau diese Haltung hat dazu geführt, dass trotz zahlreicher Initiativen mehrerer Bundes- und Landesministerien der Transfer in Deutschland --Jahrzehnte später-- noch immer nicht läuft. Wenn man bessere Ergebnisse als in der Vergangenheit haben möchte, muss man frisches Denken und mehr Kompetenz zulassen.



Ein Fallbeispiel: 1993 wollte die Regierung Israels etwas für Start-ups tun. Auch damals wird es die Versuchung gegeben haben, einfach mehr Geld in bestehende Strukturen zu kippen. Also Großes anzukündigen, aber tatsächlich weiter im eigenen Saft zu kochen. Stattdessen lockte ...

#5 -

A. Freund | Di., 16.01.2024 - 11:06
Wenn die Deutschen mit dem DATI so weitermachen wie bisher, dann wird es nicht zu dem Erfolg führen, für den es verkauft wird. Wie ein Vorgänger schrieb, war die Einberufung einer rein deutschen Gründungskommission mit überwiegend "Insidern" der erste Misserfolg. Anstatt die besten Experten des Transfers aus führenden Staaten einzuladen, um zum Wohle des Landes an dem Prozess teilzunehmen, haben wir eine Fortsetzung der hiesigen Art, Dinge zu tun... Wenn die deutschen "Experten" so gut sind, warum ist dann der Transfer in Deutschland so schlecht? Sie hatten viel Zeit, ihr Handeln zu verbessern.



Und Zeit ist etwas, wovon Deutschland sehr ...

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