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Der Wissenschaftsjournalismus muss politischer werden

Warum sich Wissenschaftsjournalismus nicht länger auf Berichte aus Forschung und Labor beschränken darf – und welche politischen Aufgaben er übernehmen muss. Ein Plädoyer von Manfred Ronzheimer.
Gezeichnete Skizze einer Hand, die ein Pressemikrofon haelt.

Bild: Rochak Shukla / freepik.

IN DIESER WOCHE findet an der FU Berlin die "Wissenswerte" statt, die jährliche Konferenz der deutschen Wissenschaftsjournalisten. Veranstaltet wird sie von der "Wissenschaftspressekonferenz" (WPK), der knapp 300 überwiegend hauptberufliche Wissenschaftsjournalisten angehören. In Vorträgen und Debatten werden aktuelle Themen der Berichterstattung aus Forschungsinstituten und Hochschulen behandelt. Doch einige Themen fehlen oder sind unterbelichtet. Die Frage stellt sich: Ist der Wissenschaftsjournalismus in Deutschland auf der Höhe der Zeit?

Deutschland befindet sich in der längsten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Export bricht ein, die Industrie baut ab, die Arbeitslosenzahlen steigen. Warum kommt die vormals ökonomische Lokomotive Europas nicht aus dem Knick? Eine exzellente Wissenschaft stünde für Zukunftslösungen bereit. "In diesem Land, das so viel Geld in seine Wissenschaft steckt, kommt hinten in Form von Innovationen zu wenig heraus", beklagt Hans-Hennig von Grünberg, Professor für Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam. Die Folge: Beim jüngsten europäischen Innovationsindex fiel Deutschland erstmals aus der Spitzengruppe der zehn Besten heraus.

Der Transfer hat offenbar ein Problem. Doch ...

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Kommentare

#1 -

Zukunftsmusikerin | Mi., 01.10.2025 - 11:53

"Der heutige Wissenschaftsjournalismus hat die klassische Wächterfunktion aufgegeben und befasst sich nur noch in den seltensten Fällen mit Fehlentwicklungen in den Wissenschaften."

Genau das ist das Problem. Wer will schon Hofberichterstattung lesen oder gar bezahlen?

#2 -

Markus Lemmens | So., 05.10.2025 - 19:03

Ich habe etwas gewartet und bin enttäuscht, dass wir als Wissenschaftsmedien-Community nicht auf die ehrliche und gute Vorlage von Manfred Ronzheimer - und implizit auch durch die Veröffentlichung dieses Gastbeitrages durch Martin Wiarda auf seine Agenda - eingestiegen sind. 

Ja, wir müssen uns ehrliche Gedanken machen über die Rolle, die Möglichkeiten und die Zukunft des Wissenschaftsjounalismus. Dieser gerät  an den Rand der hoch entwickelten und sehr auskömmlich finanzierten PR-Instrumente in Wissenschaft und Forschung. Ich sage das aus Erfahrung: Ich arbeite mit Lemmens Medien „nicht“ frei journalistisch, ich bin Teil des PR-Systems. Ich weiß aber ebenso, wie wichtig die einordnende Aufgabe ...

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