Alles außer Geld
Zum neuen Jahr 20 Wünsche an die Bildungsrepublik.

Illustration ist KI-generiert.
Ein Jahr lang haben Menschen aus Wissenschaft, Schule, Politik und Zivilgesellschaft im Wiarda-Newsletter gesagt, was sie sich von der Bildungsrepublik wünschen. Alles war dabei erlaubt – nur nicht die platte Forderung nach mehr Geld. Denn eine gute Finanzierung von Bildung ist wichtig, aber genauso wichtig sind gute Ideen. Dieses Best-Of versammelt 20 Stimmen – ambitioniert, widersprüchlich, manchmal unbequem. Als Lesestoff zum Jahreswechsel und als Inspiration für das, was im neuen Jahr Mut zum Handeln geben kann. Zusammengestellt von Ulrike Clarus.
I. Mehr als Reformrhetorik
Dominik Fischer , Wissenschaftsberater und Gründer von Fischer Strategy:
"Ich möchte diese Schlagzeile lesen: Deutschland ist Vorreiter für rohstoffarme Nationen – weil Bildung, freier Wissenszugang, Wertevermittlung und neue Technologien den Menschen ins Zentrum rücken. Zukunft passiert nicht, wir entscheiden sie."
Paula-Irene Villa Braslavsky , Professorin für Soziologie und Gender Studies, LMU München:
"Ich wünsche mir eine Wissenschaftspolitik, die den Eigensinn der Wissenschaft nachhaltig verteidigt und fördert – frei von populistischen Verführungen wie Nützlichkeitskalkülen oder neoliberaler Ausbeutung."
Theresia Bauer , Geschäftsführerin der Baden-Württemberg Stiftung:
"Von der künftigen Wissenschaftspolitik wünsche ich mir ein klares Bekenntnis zu Hochschulen als freie und lebendige Diskursräume ohne staatliche ...
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Kommentare
#1 - kohärente Qualitätsentwicklung
Ich stimme mit Susanne Prediger darin überein, dass wir eine kohärente Qualitätsentwicklung brauchen. Ich arbeite mich gerade am neuen Kernlehrplan Physik für die Sek II in NRW ab, zu dem die Verbände (DPG, MNU) Anmerkungen machen dürfen. Ich würde es begrüßen, wenn solche Prozesse viel breiter aufgestellt würden und nicht von kleinen (geheimen?) Gruppen ausgearbeitet würden.
Gleiches gilt auch für die von Prof. Kortenkamp vorgebrachte Kritik an der Regelung digitaler Hilfsmittel im Mathematikunterricht, siehe
https://www.jmwiarda.de/blog/2025/12/10/geraeteklasse-fuer-eine-pruefungsfantasie
#2 - Mein Wunsch an den Bildungsjournalismus
Ich möchte an den Wunsch von Sabine Doff anknüpfen: Zur Beteiligung von denen, für die Bildungspolitik gemacht wird - also insbesondere Schüler*innen, Studierende, Auszubildende und Promovierende - gehört auch, ihnen mehr Gehör zu verleihen! Exemplarisch zeigt sich das auch an diesem Beitrag, in dem (nach den Funktionen der Personen zu urteilen) niemand einer der o.g. Gruppen angehört. Entsprechend wünsche ich mir mehr Beiträge, die Sichtweisen aus diesen Gruppen aufgreifen - vertreten beispielsweise durch den freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs), die European Students Union (ESU) und die Bundesschülerkonferenz, aber auch durch viele weitere Initiativen, Verbände und lokale Gruppen.
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