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Richtig große Sprünge

Kai Gehring leitet den Bundestagsausschuss für Bildung und Forschung – und will nach 20 Jahren nicht wieder für den Bundestag kandidieren. Was treibt ihn? Ein Interview über die Ampel-Bilanz, BMBF-Chefin Stark-Watzinger, die Forderung für nach einem neuen Bund-Länder-Programm für den Hochschulbau – und ungute Kopien amerikanischer Debatten.

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Artikelbild: Richtig große Sprünge

Der Essener Kai Gehring , 46, hat Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum studiert und ist seit 2005 grüner Bundestagsabgeordneter. Foto: DBT/Inga Haar.

Herr Gehring, vor einigen Wochen haben Sie Ihren Abschied als Bundestagsabgeordneter zum Ende der Wahlperiode angekündigt. Nachdem Sie 2021 Vorsitzender des Bildungsausschusses geworden waren, hatten einige Sie als aussichtsreichen Ministerkandidaten auf dem Zettel. Warum wollen Sie raus aus der Politik?

Danke für das Kompliment, aber wo und wie ich 2026 beruflich anknüpfe, ist offen und Zukunftsmusik. Ich hatte fünfmal in Folge das große Privileg, in den Deutschen Bundestag gewählt zu werden. Das waren zwei ereignisreiche Dekaden, und wenn ich aufhöre, werde ich mit 47 weitere 20 Jahre bis zur Rente arbeiten. Ich habe für mich den Punkt gefunden, aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Als Ausschussvorsitzender begleite ich viele politische Entscheidungen und wirke bei der Realisierung von Projekten mit, für die ich viele Jahre gekämpft habe.

Haben Sie für die Zeit nach dem Bundestag etwas im Sinn, das genauso spannend ist?

Ein paar Ideen habe ich, aber keine davon ist spruchreif. Ab 2026 heißt es also beruflich "auf zu neuen Ufern", doch bis zum Ende der Wahlperiode werde ich meine Aufgabe als Ausschussvorsitzender begeistert fortsetzen. Politisch bleibe ich, mein Erfahrungsschatz ist groß und meine Leidenschaft für Wissenschaft ist ungebrochen.

"Ich bin sicher, dass unsere Koalition in den Geschichtsbüchern viel besser dastehen wird, als es momentan erscheint."

"Aufhören, wenn es am schönsten ist", sagen Sie. Was ist im Augenblick an der Stimmung in der Ampel-Koalition schön?

Es hat in Koalitionen immer erhebliche Konflikte gegeben, nur waren die in der Ära Merkel weniger sichtbar nach außen. Natürlich würde ich mir auch für die Ampel wünschen, dass wir Konflikte weniger öffentlich austragen und dafür die öffentliche Kommunikation über unsere Erfolge verstärken. Ich bin sicher, dass unsere Koalition in den Geschichtsbüchern ...

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Kommentare

#2 -

Wolfgang Kühnel | Mo., 19.08.2024 - 02:00
"... dass in Deutschland Fördermittel-entscheidungen auch künftig nach Exzellenz und Talent laufen und nicht nach politischer Gesinnung."

Die DFG hat zwar erklärt, sie wolle wissenschaftsfremde Kriterien dabei heraushalten, siehe

https://www.dfg.de/de/grundlagen-themen/grundlagen-und-prinzipien-der-foerderung/chancengleichheit

aber gleichzeitig will sie das fördern, was in USA mit "Diversity, equity, and inclusion" bezeichnet wird, und dahinter stecken natürlich wissenschaftsfremde Kriterien, nämlich auch das, was in USA als "affirmative action" bekannt ist. Insbesondere erklärt man "Diversität" pauschal als "exzellenzfördernd", was durch nichts begründet ist. Künftige Anträge bei der DFG müssen also irgendwas enthalten, womit man Minderheiten fördern will, es müssen allerlei Lippenbekenntnisse her, sonst sinkt die Chance auf Bewilligung: ...

#3 -

Ralf Meyer | Mi., 04.09.2024 - 18:11
Zu #2: In der DFG entscheiden die Fachkollegien aufgrund von Gutachten über Förderanträge. Ein Antrag wird nicht gefördert, wenn Kolleginnen und Kollegen im Fach meinen, dass Aspekte wie z.B. Diversity oder Wissenschaftskommunikation im Antrag nicht adäquat behandelt werden. Das ist auch gut so. Es gibt übrigens auch wissenschaftliche Studien darüber, dass diverse Teams mehr leisten können. Darum setzen ja auch viele große Konzerne darauf: offenbar lohnt es sich für sie finanziell.

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