Direkt zum Inhalt

Verbaut euch nicht die Dauerstellen!

Die Initiative "Frist ist Frust" fordert, mit dem neuen Hochschulpakt Dauerstellen zu schaffen. Eine berechtigte Forderung – die das Bündnis allerdings mit seiner zweiten gleich wieder gefährdet.

Bild
Artikelbild: Verbaut euch nicht die Dauerstellen!

Foto: PhotoMIX-Company / Pixabay - cco.

ICH KANN ES ja verstehen. Warum nicht, wenn man schon gegen den Befristungs-Irrsinn kämpft, auch gleich noch eine Obergrenze bei den Lehr-Deputaten verlangen?

Die GEW, die Dienstleister-Gewerkschaft ver.di und das (hauptsächlich, aber nicht nur) aus Mittelbau-Mitarbeitern bestehende "Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft" haben sich vergangene Woche zu einem kraftvollen Bündnis zusammengetan, um die Hochschulpolitik zum Umsteuern zu zwingen. Die Initiative hat den Schlachtruf " Frist ist Frust " gewählt, und ihre wichtigste Forderung lautet:

Die Bundesmilliarden aus dem Hochschulpakt-Nachfolgeprogramm soll es nur geben, wenn die Länder sich im Gegenzug verpflichten, das Geld vollständig für neue Dauerstellen einzusetzen. Erfüllen sie ihr Versprechen nicht, bekommen sie das nächste Mal Geld abgezogen.

Die Qualität in den Mittelpunkt stellen

Bund und Länder wollen sich bis Anfang Mai auf ein neues Vertragswerk einigen, das neben dem Erhalt der Studienplätze die Qualität der Hochschullehre in den Mittelpunkt stellt. Das ist ein dezidierter Unterschied zum bisherigen, 2005 erstmals geschlossenen Hochschulpakt, der dazu dienen sollte, ein vermeintlich ...

Sie sehen die gekürzte Fassung dieses Artikels

Der volle Zugang zu Artikeln, die älter sind als vier Wochen, ist nur für registrierte Unterstützer des Wiarda-Blogs vorgesehen.

Sind Sie bereits ein registrierter Benutzer / Unterstützer?
Hier können Sie sich einloggen.

Nein, ich habe noch kein Benutzer / Unterstützer-Konto:
zur Anmeldung

Kommentare

#1 -

Thomas Deufel | Mo., 11.03.2019 - 11:34
Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein deutlich höherer Anteil von #Professoren am wissenschaftlichen Personal und dafür ausreichend neue #Stellen und #Ausstattung - Deutschland ist hier in weitem Abstand angeschlagenes Schlusslicht - der richtige Weg zu mehr #Dauerbeschäftigung an den Hochschulen ist. Die Situation der abhängig Beschäftigten im #Mittelbau durch #Entfristung zu verdauern hilft der Wissenschaft und den Wissenschaftlern nicht.

#2 -

Mascha Hansen | Mo., 11.03.2019 - 17:46
Wie der BuWiN 2017 darlegt, wendet der wissenschaftliche Nachwuchs bereits jetzt 2/3 der Arbeitszeit für lehrbezogene Tätigkeiten auf (aktualisierte Version vom 20,3,2017, S. 219) und das bei eigentlich geringer Lehrbelastung, denn dazu kommen eben immer auch Prüfungen und Betreuungsaufgaben. 18 Stunden Lehrdeputat plus Vorbereitung plus Prüfungen plus Betreuung plus Forschungsaufgaben (inclusive Konferenzbesuchen) plus Verwaltung/ Gremienarbeit? Wenn wir Stellen außerhalb der Universität attraktiver machen möchten ist das sicher der richtige Weg...

#3 -

Florian Bernstorff | Mi., 13.03.2019 - 18:05
Aus meiner Sicht liegt der Kern des Problems in den realen Betreuungsrelationen. Stellen mit hohem Deputat sind m. W. in erster Linie in den stark nachgefragten Fächern entstanden, mit denen Hochschulen versuchen, ihre Hochschulpaktverpflichtungen zu erfüllen. Da vielerorts Prüfungsleistungen nicht in die Berechnung der Lehrbelastung einfließen, treffen dort also viele Studierende auf eine vergleichsweise geringe Zahl an Dozentinnen und Dozenten. Folge: Wochenlang nur mündliche Prüfungen oder hunderte Hausarbeiten (Prüfungsformen, die spätestens in der letzten Reakkreditierung zur Auflage gemacht wurden, weil sonst nur noch MC-Klausuren geschrieben würden) und vor allem die Betreuung der Abschlussarbeiten, die sich auf den Schreibtischen stapeln.

Solange ...

Neuen Kommentar hinzufügen

Ihr E-Mail Adresse (wird nicht veröffentlicht, aber für Rückfragen erforderlich)
Ich bin kein Roboter
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.