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Wann kommt der Masterplan Lehramtsstudium?

Jedes Bundesland geht seinen eigenen Weg, die Hochschulen stricken munter Studienmodelle – und wo bleibt die Koordination? Was für Ärzte möglich ist, sollte auch bei künftigen Lehrern funktionieren.

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Artikelbild: Wann kommt der Masterplan Lehramtsstudium?

Sharon Hinchliffe: " teacher ", CC BY-NC-ND 2.0

ZUGEGEBEN, AM ENDE der Verhandlungen hatte der Masterplan, der das Medizinstudium revolutionieren sollte, ein bisschen an Glanz eingebüßt. Schuld war ein ärgerlicher Streit zwischen Wissenschafts- und Gesundheitsministern über die ungesicherte Finanzierung des Großprojekts. Ärgerlich insofern, weil jede gute Idee nur so viel wert ist wie ihre Umsetzung, und die wird im Falle des „Masterplan Medizinstudium 2020“ nach ersten internen Schätzungen mit rund 250 Millionen Euro jährlich zu Buche schlagen.

Trotzdem war die Begeisterung über das Erreichte, die besonders Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bei der Präsentation Ende März zur Schau trug, mehr als die Selbstinszenierung von Politikern im Vorwahlkampfmodus. Wer weiß, wie vielfältig, wie unterschiedlich und häufig genug konträr die Interessen im Gesundheitssektor sind, der kann erst so recht einzuschätzen, was es bedeutet, das Ziel und die Inhalte der gesamten Ärzteausbildung von Grund auf neu zu formulieren (die Details finden Sie hier ). Aber es ist möglich.

Warum diese Erkenntnis so wichtig ist: Es gibt einen zweiten Sektor öffentlichen ...

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Kommentare

#1 -

Markus Pössel | Di., 11.04.2017 - 11:46
Wie verhindert man denn, dass so ein Masterplan-Kompromiss gute lokale Modelle und Initiativen plattmacht? In Heidelberg zum Beispiel machen wir sehr erfolgreich eine Astronomieausbildung als Teil des Physik-Lehramtsstudiums. Das geht besonders gut, weil die lokalen Voraussetzungen gegeben sind: mit dem Haus der Astronomie (wo ich arbeite) haben wir eine Institution vor Ort, die diese Art von Ausbildung inklusive vieler praktischer Elemente gut anbieten kann – und sie wird von den Studierenden auch gut angenommen. Aber das ist vermutlich nichts, was man für alle Universitäten für das Lehramtsstudium verpflichtend machen kann bzw. sollte – bei einem Masterplan Lehramtsstudium würde dieser Teil ...

#2 -

Jan-Martin Wiarda | Di., 11.04.2017 - 13:19
Lieber Herr Pössel,



vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben da natürlich einen Punkt. So, wie ich einen Masterplan verstünde, wäre seine Zielrichtung aber gerade nicht, gute Ideen zu verhindern, sondern im Gegenteil: sie zu fördern. Ich würde mir einen stärkeren gemeinsamen Rahmen wünschen, eine verbindlichere Struktur und darüber hinaus eine Art gemeinsames "Kernverständnis" dessen, was eine qualitativ hochwertige Lehrerbildung angeht. Das betrifft vor allem auch neue Prüfungsformate, Fortbildungsangebote und -strategien sowie die (Selbst)-Auswahl und Orientierung der Studierenden. All das ist sicherlich keine erschöpfende Liste, aber wie gesagt: Am Ende würde und dürfte sicherlich nicht jedes Lehramtsstudium überall gleich aussehen, ...

#3 -

Dr. Corinna M… | Do., 04.05.2017 - 22:08
Lieber Herr Wiarda,

zugegeben, eine verlockende Idee. Aber eine Frage müßte vorher geklärt werden: Wie kann ein Masterplan Lehrer(aus)bildung aussehen, wenn es 16 verschiedene Schulsysteme gibt, für die diese Lehrer/-innen ausgebildet werden sollen? Daher hier eine ergänzende Idee: Ein Masterplan für das Schulwesen. Man stelle sich vor, welche Summen und welche Arbeit gespart werden könnte, wenn es nur noch ein einziges Bildungsministerium gäbe (Konjunktiv II wohlgemerkt!).

Also gibt es doch einen entscheidenden Unterschied zum Medizinstudium, dessen Leitcodierung nicht in 16 verschiedenen Ministerien verhandelt werden muss.

Es grüßt

Corinna M. Dartenne

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