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Nürnberger Bruch

Sie war die erste staatliche Uni-Neugründung seit Jahrzehnten: die TU Nürnberg. Doch schon nach drei Jahren hat Ministerpräsident Söder das UTN-Konzept über den Haufen geworfen, jetzt muss auch der Gründungspräsident gehen.

ALS HANS JÜRGEN PRÖMEL im Februar 2021 sein Amt als Gründungspräsident der TU Nürnberg antrat, war der mit einem ruhigen Naturell ausgestattete Mathematiker für seine Verhältnisse richtiggehend euphorisch. "Wenn Sie fast 20 Jahre in der Leitung von etablierten Hochschulen zubringen, führen Sie im Kopf eine Liste, was Sie alles anders machen würden, wenn die Strukturen nicht schon so festgelegt wären, dass sie Veränderungen kaum noch zulassen", sagte er im Interview hier im Blog . "Und genau diese Liste kann ich jetzt abarbeiten."

Gut drei Jahre später wurde am Dienstag öffentlich, dass Prömel geht. Oder, wenn man die Zeichen richtig liest: gegangen wird. Weit vor Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit und für Insider doch nicht völlig überraschend. Zu sehr hatte sich in den vergangenen Monaten die Geschäftsgrundlage verändert für das, was vor wenigen Jahren als ein deutschlandweit einzigartiges Hochschulprojekt begonnen hatte.

Anderes hätte Prömel 2021 auch kaum noch einmal aus seiner Wahlheimat Berlin weggelockt, wohin er nach zwölf Jahren als Präsident der TU Darmstadt zurückgekehrt war und nun mit 67 eigentlich vorgehabt hatte, sich stärker um seine Familie und seine Enkel zu kümmern. Doch war da zum ersten Mal seit Jahrzehnten ...

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